Festival del Habano 2013

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S. auch Festival del Habano 2008, Festival del Habano 2009 und Festival del Habano 2011

Inhaltsverzeichnis

Christoph's Havanna-Notizen

Festival-Tagebuch von 5TH Avenue-Marketingleiter Christoph A. Puszkar.

23. Februar

Havanna. Mitternacht ist gerade vorbei. Bei 25 Grad sitze ich unter dem fast schon vollen Mond auf der Terrasse des Hotel „Nacional“ und genieße meine erste Cigarre. Natürlich mit einem Gläschen siebenjährigen Rum.

Der Weg hierher war natürlich wieder ein langer. Samstag morgens vier Uhr aufstehen, dann mit dem Auto zum Flughafen Zürich, Flug von Zürich nach Amsterdam und nach kurzem Aufenthalt der mehr als zehnstündige Weiterflug nach Havanna. Am hellen Nachmittag landeten wir schon. Auf dem Flughafen lief dann von der Passkontrolle bis zur Gepäckausgabe alles in Rekordzeit ab.

Gegen 18 Uhr begrüßte ich dann schon die ersten Festivalteilnehmer aus Deutschland und der Schweiz auf der legendären Terrasse des Hotel „Nacional“. Erste Tipps werden ausgetauscht, denn einige sind schon seit ein paar Tagen hier und hatten bereits Gelegenheit, neue Restaurants auszukundschaften. Auch die Versorgungslage in den La Casas del Habano wird diskutiert. Bei Reynaldo soll der Tabak knapp sein und es gibt deshalb nur noch wenige Stück seiner gewaltigen, selbstgerollten Formate. Reynaldo ohne Cigarren? Das muss ich mir selbst anschauen. Ich beschließe für den Sonntag einen Rundgang durch die Altstadt. Darüber berichte ich dann morgen.

Herzliche Grüße aus Havanna, Ihr Christoph A. Puszkar

25. Februar

Gestern war Sonntag und das Festival hat noch nicht offiziell begonnen. Aber natürlich sind schon viele Festivalteilnehmer angekommen und es gab heute Morgen ein großes Hallo auf der Terrasse des Hotel „Nacional“. Das Festival hat eben auch immer den Charakter eines großen Familientreffens.

Obwohl man sich mit einer guten Cigarre im „Nacional“ durchaus festsitzen kann, entstand nach kurzer Zeit der Plan, in die wundervolle Altstadt von Havanna aufzubrechen und in das sonntägliche Leben einzutauchen. Unsere erste Station war natürlich die „La Casa del Habano“ im Hotel „Conde de la Villanueva“. Leider hatte der dort ansässige bekannte Torcedor Reynaldo am Sonntag keinen Dienst und wir zogen weiter. Zuerst ging es noch auf die Terrasse des Hotels „Ambos Mundos“, um den Blick auf Havanna und den Hafen zu genießen. Dann weiter über die Calle Obispo bis in die legendäre Bar „Floridita“, der "Wiege des Daquiri", die schon Hemingway dort in großen Mengen konsumiert haben soll. Zur Erinnerung an den berühmten Schriftsteller und Cubafreund steht dort seit einigen Jahren eine bronzene Statue in Lebensgröße an der Theke. Natürlich ein beliebtes Fotomotiv für Cubatouristen, die busladungsweise in die Bar fluten. Wir fanden trotzdem einen Platz und genossen zur Cigarre den „Daiquiri Mulata“, der mit braunem Rum und etwas Kaffeelikör gemacht wird und dadurch eine hervorragende Kombination darstellt.

Am Abend besuchten wir dann wieder einmal das sehr empfehlenswerte Privatrestaurant „Café Laurent“ im fünften Stock eines Wohnhauses. Hier serviert der aufmerksame Service hervorragende Fleisch- und Fischgerichte. Und der Blick von der Terrasse ist einfach toll.

Ausklingen ließen wir den Abend dann wieder in der milden Luft auf der Terrasse des „Nacional“.

So, jetzt geht es erst mal ins Konferenzzentrum zur Anmeldung der 60 Teilnehmer aus Deutschland und Österreich.

Bis morgen, Ihr Christoph A. Puszkar

26. Februar

Nachdem ich den gestrigen Montag mit der Registrierung und auf Meetings mit Habanos verbracht habe, komme ich nun gerade von der offiziellen Pressekonferenz von Habanos, die traditionell der Startschuss für den Beginn des Festival del Habano ist. Ana Lopez, die Marketingdirektorin von Habanos, informierte darin über die geplanten Aktivitäten der vor uns liegenden Woche. Interessant war auch wieder die Vorstellung der neuen Produkte, über die ich in den kommenden Tagen noch ausführlicher berichten werde.

Die Umsätze mit den Habanos haben im Jahr 2012 weltweit um 6 Prozent auf 416 Mio. USD zugelegt. Während besonders die südeuropäischen Länder unter der aktuellen Krise leiden, legen die Märkte in Asien, im Mittleren Osten und Russland weiter zu. China liegt weiterhin an dritter Stelle der größten Habanosmärkte. Seit dem Jahr 2008 konnten die asiatischen Märkte ihre Absätze verdoppeln. Angeführt wird die Rangfolge trotz der Absatzrückgänge von Spanien. Frankreich weist ebenfalls Zuwächse auf. An vierter Stelle lag Deutschland mit einer positiven Entwicklung in 2012.

Im Laufe der Pressekonferenz wurden auch interessante Zahlen zum Inlandsmarkt in Cuba genannt. In der Landwirtschaft arbeiten gegenwärtig rund 150.000 Beschäftigte im Tabak, mit den Arbeitern in den Fabriken steigt diese Zahl auf 250.000 Personen. Überraschend war für mich auch die enorme Anzahl der in Cuba konsumierten Cigarren mit 200 Mio. Stück. Ana Lopez verriet, dass für 2013 die Auflage einer Edicion Regional für Cuba geplant ist, eine Robusto der Marke Rey del Mundo. Über den Marktstart dieses Produktes wurde aber noch nichts bekannt.

Erstmalig wurden auf der Pressekonferenz bereits die Nominierungen für den Hombre del Habano vorgestellt. In der Kategorie Business ist zum Beispiel unser Freund und Kunde aus Wien, Ercan Hazar, nominiert. Darüber freuen wir uns natürlich sehr, zählt doch Österreich seit Mai 2012 auch zum Vertriebsgebiet von 5th Avenue.

Heute Abend bekommen wir die Gelegenheit, bei einer Willkommensveranstaltung auf der Festung El Morro die beiden neuen Formate der Marke Montecristo zu verkosten.

Über diese ersten Eindrücke berichte ich Ihnen dann morgen. Ihr Christoph A. Puszkar

27. Februar

Das XV. Festival del Habano hat nun offiziell begonnen. Am Dienstagabend startete es mit dem Willkommens-Event, das in diesem Jahr auf der alten Hafenfestung "El Morro" stattfand. Geboten wurde dort ein vielfältiges Programm mit exzellenter musikalischer Begleitung. Exakt um 21 Uhr wurde dann die Zeremonie des berühmten "Cañonazo de las nueve", der Kanonenschuss um neun Uhr, in historischen Kostümen zelebriert. In früheren Zeiten wurde die Hafeneinfahrt von Havanna genau um diese Zeit verschlossen und dieser Zeitpunkt mit einem Kanonenschuss markiert. Bis heute hält man an dieser Tradition fest und der Schuss ist in Alt-Havanna gut zu hören.

Die Wettergötter waren dem Veranstalter Habanos S.A. wohl gesonnen und die rund 1.200 Festivalteilnehmer genossen einen fantastischen Abend in historischem Ambiente. Leider ohne mich. Denn mich hatte nach vielen Jahren dann doch mal wieder "Montezumas Rache" getroffen, ein hässlicher kleiner Magen-Darm-Infekt also. Inzwischen geht es mir glücklicherweise schon wieder besser und ich probiere die neue Montecristo Double Edmundo. Diese Cigarre hat das Format Doble mit einer Länge von 155 mm und einem zeitgemäß üppigen Ringmaß von 50 (19,84 mm). Es wird das dritte und größte Format der Edmundo-Linie sein. Das große Format richtet sich an den Cigarrenliebhaber mit ausreichend Zeit für den Genuss. Sie soll in einigen Monaten in Halbnaturkisten à 10 und 25 Stück sowie in Taschenpackungen à 3 Stück in den Handel kommen. Letztere werden aber leider nicht in Tubos stecken. Erstmalig finden wir auf dieser Cigarre einen neuen Cigarrenring, der deutlich höherwertiger ist und der weltberühmten Habanosmarke viel besser entspricht. Die Lilie und weitere Verzierungen des Rings sind jetzt in einem edel wirkenden Rotgold ausgeführt und deutlich geprägt. Es ist geplant, diesen Ring nach und nach für alle Cigarren der Marke einzuführen. Neu gestaltet wurden auch die Kisten, die nun über eine Abdeckung der Cigarren im Inneren verfügen (den so genannten "bofeton"). Auch außen werden nun, ähnlich wie bei der Partagás Serie E No.2 Verzierungen im Design der Marke angebracht, die ein schnelleres Erkennen im Geschäft ermöglichen sollen. Unsere Cigarrenmuster waren noch recht frisch und erlaubten noch keine seriöse Beurteilung. Die Mischung erscheint mir ähnlich wie das der Edmundo, also leichter als das der klassischen Montecristos.

Jeder Teilnehmer erhielt außerdem eine Montecristo Petit No.2. Dabei handelt es sich um eine Figurado, sozusagen die kleine Schwester der Montecristo No. 2. Ihre Länge beträgt 120 mm bei einem Ringmaß von 52 (20,64 mm). Auch sie wird in Kisten à 10 und 25 Stück angeboten, sowie in 3er Packungen (ohne Tubo). Die Kisten sind klassisch vollständig habilitiert, also mit Papier beklebt. Auch hier wurde bereits der neue Ring verwendet. Die Mischung soll der klassischen Linie entsprechen, die aus Tabaken bestimmter Plantagen der Vuelta Abajo komponiert wurde. Eine Rauchprobe erfolgt später.

Mit herzlichen Grüßen aus Havanna, Ihr( langsam wieder genesender) Christoph A. Puszkar

28. Februar

So, nun ist es soweit: es regnet in Strömen in Havanna. Vielleicht ist das ein kleiner Trost für die Daheimgebliebenen, die uns in Deutschland und Österreich frierend beneideten. Die kommende Kaltfront kündigte sich gestern bereits durch hohe Wellen an, die über die Mauer auf den Malecón schwappten. Kenner wissen: das verheißt nichts Gutes.

Der gestrige Tag stand ganz im Zeichen des Tabaks. Unsere Gruppe erlebte einen informativen und angenehmen Ausflug nach Pinar del Rio. Der Tabak stand überwiegend noch prächtig auf den Feldern, die Tabakschuppen waren allerdings noch kaum gefüllt. Gezeigt wurde die klassische und die moderne Trocknungsmethode, auch eine Escogida wurde gezeigt. Hier werden die Blätter nach der Ernte sortiert und fermentiert.

Ich hatte noch Termine in Havanna und habe unter anderem der Cohiba-Manufaktur El Laguito einen kleinen Besuch abgestattet. Unser Freund Reynol Perez, der als Roller im vergangenen Jahr in Deutschland war, führte uns durch die kleine, feine Manufaktur. Er berichtete von dem Vorhaben eines Erweiterungsbaus. Derzeit werden hier 1,7 Mio. Stück pro Jahr gefertigt, dereinst sollen es dann 3 Mio. Stück sein. Der Zeithorizont ist allerdings eher langfristig angelegt: bis 2020 soll das Projekt abgeschlossen sein. Reynol zeigte uns die laufende Produktion, die deutlich von der Fertigung der Cohiba Behike dominiert wurde. Bergeweise standen die aufwändig gefertigten Kistchen der gefragten Superpremium-Linie in der Manufaktur. Die Cigarren glänzten uns mit ihren wunderschönen, ölig glänzenden Deckblättern an.

Wir durften außerdem einen Blick auf wundervolle Sonderformate werfen, die für einen Humidor bestimmt sind, der auf der festlichen Abschlussgala dann versteigert wird. Ein sehr schöner Abend im Paladar Atelier beendete dann den Abend, zumindest für einen Teil von uns. Mit dabei waren neben einigen Fachhändlern auch Heinrich Villiger, der wenige Stunden zuvor aus der Dominikanischen Republik gekommen war. Mit ihm kamen Clemens Güterman, der Delegierte des Villiger-Verwaltungsrates, und Matias Maragoto, ein Cubaner, der seit vielen Jahren für Villiger Premium- und maschinengerollte Cigarren in Santo Domingo fertigt.

Jetzt bin ich auf dem Weg zur Habanos-Messe und dem Seminarprogramm. Darüber berichte ich dann morgen.

Mit herzlichen Grüßen aus dem verregneten Havanna, Ihr Christoph A. Puszkar

1. März

Den gestrigen Tag, Donnerstag, haben wir weitgehend auf der internationalen Habanos-Messe verbracht. Vizepräsident Jorge Luis Maique lieferte in seinem Eröffnungsvortrag noch einige Zahlen vom vergangenen Geschäftsjahr nach. Wie bereits auf der Pressekonferenz berichtet, stieg der Umsatz mit Habanos weltweit um 6% auf 416 Mio. USD. Die Exporte von Habanos an die Exklusivimporteure legten dabei um 3% in Menge und 2% im Wert zu. Westeuropa bleibt mit 54% mengenmäßig noch immer der größte Markt. Absatzrückgänge in Südeuropa (zum Beispiel Spanien mit -8%) konnten dabei durch Zuwächse in Deutschland und der Schweiz kompensiert werden. Nach Westeuropa folgen der Mittlere Osten/Afrika mit 14%, Asien und Pazifik mit 13%, Lateinamerika mit ebenfalls 13%, Osteuropa mit 4% und Kanada mit 2%.

Die meistverkauften Marken sind Romeo y Julieta vor Montecristo, J.L. Piedra, Cohiba und Partagás. Zusammen machen diese Marke 75% des Absatzes aus. Im Wert führen Cohiba, Montecristo und Romeo y Julieta. Bei den Formaten waren die Robustos und Marevas/Petit Coronas am stärksten gefragt.

Doch genug der Zahlen. Interessantes gab es auch an den Ständen der Aussteller zu entdecken. Dazu gehörte für mich nicht zuletzt das druckfrische Buch des Kanadiers Amir Sarony über die Geschichte der Marke Partagás. Das umfangreiche Werk zeigt eine Fülle von historischem Material und ist exzellent aufgemacht. Es liegt zunächst in einer englisch/spanischen Version vor, aber wir haben vereinbart, dieses lesens- und sehenswerte Buch auch in einer deutsch/französischen Version aufzulegen.

Alle Habanos-Neuheiten für dieses Jahr konnten wir bereits am Stand von Habanos S.A. bewundern. Dazu gehörten unter anderem die drei Formate der diesjährigen Edición Limitada - eine Romeo y Julieta Romeo de Luxe (Länge 162 mm, Ringmaß 52), eine Hoyo de Monterrey Grand Epicure (Länge 130 mm, Ringmaß 55) und eine Punch Serie d'Oro im Figurado-Format (Länge 140 mm, Ringmaß 52). Außerdem die Produkte, die exklusiv zum Verkauf in den La Casas del Habano bestimmt sind: die Bolívar Libertador (Länge 164 mm, Ringmaß 54), H.Upmann Connoisseur A (Länge 140 mm, Ringmaß 52) und die Partagás Serie E No.1 (Länge 170 mm, Ringmaß 54) der Colección Habanos 2013. Wie man sieht, bewegen sich alle Neuheiten wieder im Bereich der großen und sehr großen Ringmaße. Schlanke Formate suchte man dagegen vergebens. Ich hoffe jedenfalls, dass wir in diesem Jahr nicht wieder ganz so lange auf die neuen Produkte warten müssen.

Am Abend stand die "Noche Vegueros" auf dem Programm. "Veguero" ist das spanische Wort für den Tabakbauern. Ohne ihn gäbe es keinen Tabak für Cigarren. Seine Arbeit ist hart und mühsam. Jede einzelne der vielen hunderttausenden von Pflanzen auf einer Plantage muss von ihm mehr als 150 Mal während einer Vegetationsperiode überprüft und gepflegt werden. Diesen wichtigen Arbeitern, die seit Generationen den Tabak in Pinar del Rio kultivieren, ist die Marke Vegueros gewidmet. Sie ist zwar schon seit 1996 auf dem Markt, stand allerdings aus verschiedenen Gründen bisher eher am Rande des 27 Marken umfassenden Habanos-Portfolios. Einerseits war die Aufmachung der Marke etwas altbacken und andererseits bestand sie vor allem aus schlanken Formaten, die damals allerdings bereits schon außer Mode gerieten. Nun also ein Neuanfang mit neuen Formaten, neuer Gestaltung und in innovativen Verpackungen. Sie besteht aus drei kleinen, aber kompakten Formaten Mañanitas (Länge 100 mm, Ringmaß 46), Entretiempos (110 mm, Ringmaß 52) und Tapados (Länge 120 mm, Ringmaß 46). Das erste dieser Formate ist eine kleine Figurado. Angeboten werden sie in Kartonpackungen à 5 Stück und in Metalldosen mit 16 Stück Inhalt. Die Präsentation wirkt sehr frisch und modern. Neu ist auch die Mischung der Cigarren, die etwas leichter als die der ursprünglichen Formate gehalten sind. Habanos stuft sie als mittelkräftig bis stark ein. Gefertigt werden sie nach der klassischen Methode "totalmente a mano", also vollständig von Hand. Über die Preise wurde noch nichts bekannt, doch sie dürften sich von der Positionierung der Marke her eher im unteren bis mittleren Segment bewegen. Gefertigt werden die Cigarren in der Manufaktur Francisco Donatién in Pinar del Rio. Die auf der Veranstaltung verteilten Rauchmuster waren noch frisch, zeigten sich geschmacklich aber dennoch schon recht zugänglich.

Sonst verlief der Abend in sehr entspannter Atmosphäre, bei gutem Essen und ausgewogenem musikalischem Programm. Als kleines Bonbon erhielt jeder Teilnehmer noch eine Hoyo de Monterrey Grand Epicure der bereits erwähnten diesjährigen Edición Limitada.

Mit herzlichen Grüßen, Ihr Christoph A. Puszkar

2. März

"Tertulia" nennt man im Spanischen ein Kaffeekränzchen. Doch mit diesem biedermännischen Begriff wäre nur unzureichend bezeichnet, was am heutigen Tage zu Ehren von Heinrich Villiger stattfand. Außer dem Ehrengast lädt man dazu verschiedene Gäste ein, die die Person gut kennen und spontan erzählen, welche Erlebnisse sie mit ihr verbinden oder welche Rolle sie in ihrem Leben gespielt hat. Die Direktorin des Tabakmuseums, Zoe Nocedo, veranstaltet jeweils eine dieser Tertulias während des Festivals zu Ehren einer Person, die in ihrem Leben viel für die Habanos geleistet hat. Heinrich Villiger hat Cuba seit dem Jahr 1951 viele hundert Mal bereist. Er war der erste Cigarrenfabrikant, der nach der Revolution in Cuba große Tabakmengen für seine Produktion einkaufte und Gründer des ersten Joint-Venture-Unternehmens für den Exklusivimport von Habanos weltweit, der 5THAvenue. Etwas später kam dazu auch noch die Intertabak AG für den Habanos-Vertrieb in der Schweiz. Heinrich Villiger war deshalb die ideale Person für diese spezielle Form der Ehrung. Anwesend waren viele Inhaber von Las Casas del Habano und Fachgeschäften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, Mitarbeiter von Tabacuba, 5THAvenue und der Intertabak AG. Daneben aber auch Künstler aus Cuba und Mitarbeiter des Tabakmuseums sowie einige internationale Gäste. Alle sprachen über Heinrich Villiger, der seinerseits ebenfalls über seine Erfahrungen und Erlebnisse mit Cuba sprach. Die Elogen nahm er mit der für ihn typischen Bescheidenheit auf und meinte dann, jetzt sei doch nun genug über ihn gesprochen worden und es gäbe doch schließlich wichtigeres. Ein kleiner Umtrunk beschloss dann also diese sehr typisch lateinamerikanische Form der Veranstaltung, auf der übrigens kein Kaffee, sondern Rum gereicht wurde.

Am Abend liefen wir dann durch strömenden Regen über rutschige Straßen durch die halbe Altstadt von Havanna. Unser Ziel war die Casa Gaia, ein mir bis dato völlig unbekannter Ort in der Nähe der Plaza Vieja. Traditionell laden 5THAvenue und Intertabak die Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, sowie Gäste aus der Tabakindustrie und von Habanos S.A. während des Festivals zu dieser "Cena Cubana" ein. Eng zusammengedrängt saßen die über 170 Gäste unter dem doch etwas löchrigen Dach. Darunter waren auch die Botschafter der Schweiz und Österreichs, ebenfalls der Geschäftsträger der deutschen Botschaft. Die enge Bestuhlung war die Folge des strömenden Regens, denn eigentlich ist die Casa Gaia großteils nicht überdacht. Der Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch, eher im Gegenteil. Nach der Begrüßung durch Heinrich Villiger begann ein Unterhaltungsprogramm der Extraklasse, das ausnahmslos alle Anwesenden in seinen Bann zog. Es begann mit einem Auftritt der Kindertanzgruppe aus einem Projekt des Kinderhilfswerks Camaquito e.V., präsentiert von dessen Gründer Marc Kuster. Die Freude am Tanzen, aber auch das Können der Kleinen, waren einfach hinreißend anzuschauen. Nach dem Essen folgte dann eine weitere Tanzperformance einer Gruppe aus Havanna, die einen geradezu spektakulären Auftritt hinlegte. Den Saal endgültig zum Kochen brachte dann La Rixa, eine noch junge Sängerin, die aber bereits zu den kommenden Stars der cubanischen Musik zählt.

Heute Abend freuen wir uns auf die festliche Abschlussgala. Unter den Besuchern der "Cena Cubana" war jedoch einhellig klar: es wird schwer, die tolle Stimmung zu übertreffen.

Mit herzlichen Grüßen aus einem regnerischen und windigen Havanna, Ihr Christoph A. Puszkar

3. März

Havanna wird immer noch von stürmischem Wind gebeutelt und das Wasser schwappt eindrucksvoll in hohen Wellen über die Mauer des Malecon. Die Taxis fahren deshalb ganz unüblich vorsichtig über die berühmte Uferstraße in die Altstadt. Ich machte mich dahin auf, um unserem alten Freund Reynaldo Gonzalez in seiner La Casa del Habano im Hostal Conde de la Villanueva doch noch einen Besuch abzustatten. Auf dem Weg dahin schaue ich mir noch schnell das Tabakmuseum von Zoe Nocedo an, das ebenfalls in der Calle Mercaderes liegt und einige schöne Exponate aufweist. Zum Mittag gehe ich dann ins Hotel Meliá Cohiba. Am Tisch nebenan speist Hollywoodschauspieler Danny Clover mit seiner Entourage, die eben zur Gala angereist sind.

Am Abend fahren wir dann zur Gala-Nacht, die traditionell das Festival abschließt. Die Herren errscheinen in der Regel im Smoking oder dunklen Anzug, die Damen in Abendkleidern und festlichen Roben. Das Programm glänzt mit den Auftritten berühmter Künstler der Insel. Die Namen aufzuzählen, wäre hier zuviel. Besonders berührt hat mich jedoch der Auftritt von Omara Portuondo, bei der man ohne jede Übertreibung von einer lebenden Legende sprechen kann.

Man serviert in rascher Folge die vier Gänge des Essens und ein musikalischer Höhepunkt folgt auf den nächsten. Dazwischen blieb gerade einmal kurz Zeit, um einem weiteren bekannten Gast der Gala Hallo zu sagen: dem mehrfachen Wimbledon-Gewinner Boris Becker, der mit Gattin Lilly gekommen ist. Beide genießen hier ihre Cigarren, wie die anderen Teilnehmer auch. Dem Motto des Abends folgend, reicht man uns im Verlauf der Gala vier Formate der tradtionsreichen Habanos-Marke Partagás. Als Höhepunkt wird dann die Partagás Lusitania Gran Reserva aus mindestens fünf Jahre reifegelagerten Tabaken vorgestellt. Sie hat das Format einer Doppelcorona, das auch Prominente genannt wird und eine Länge von 194 mm bei einem Ringmaß von 49 hat. Geschmacklich ist diese Cigarre ein absoluter Hammer! Für mich persönlich ist dies die bisher beste Cigarre der Reserva- und Gran Reserva-Linien. Der 83jährige Maestro Ligador, Arnaldo Bichot, aus der Partagás-Manufaktur hat hier eine absolut fantatstische Cigarre geschaffen. Ich bin sicher, dass die 5.000 Kisten weltweit zu gesuchten Sammlerstücken werden.

Nach all diesen Genüssen folgte dann die Auszeichnung der Hombres del Habano. Mit besonderer Spannung warteten wir auf die in der Kategorie Business, war doch hier auchnunser Freund und Kunde aus Wien, Ercan Hazar, nominiert. Leider ging die Auszeichnung dann jedoch an Mauricio Abraham, den Sub-Dirstibuteur von Habanos in der Karibik. In der Kategorie Produktion zeichnete man inocente Osvaldo Encarnación aus, der seit über 60 Jahren bei Tabacuba tätig ist. In der Kategorie Kommunikation übergab Ehrengast Boris Becker die Auszeichnung an Phoenicia Trading.

Simon Chase aus London beendete dann wie üblich die Gala mit der Versteigerung der Humidore zu Gunsten des cubanischen Gesundheitswesens. Und hier erlebten wir nun eine Überraschung: Zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals ersteigerte ein Teilnehmer aus Deutschland einen dieser gewaltigen Humidore. Muhammet Genc, Inhaber der ersten La Casa del Habano in Düsseldorf, ersteigerte für einen Preis von 120.000 Euro einen Humidor mit 350 Stück Cigarren der Marke Hoyo de Monterrey. Er wird künftig einer Ehrenplatz in den Räumen der Casa einnehmen, die in Kürze (nicht nur deswegen) umgebaut und erweitert werden.

Das 15. Festival endete mit dieser wirklich sehr gelungenen Abschluss-Gala und alle Teilnehmer fahren nun mit einer Fülle von neuen Eindrücken und voller Erwartung auf die vorgestellten Cigarren so langsam wieder zurück in ihre Heimatländer.

Mit herzlichen Grüßen aus Havanna, Ihr Christoph A. Puszkar

4. März

So, die Koffer sind nun gepackt, wir haben ausgecheckt und genießen ein letztes Geträck auf der großartigen Terrasse des Hotel Nacional. Das Wetter zeigt sich wieder von seiner schönen Seite, die Sonne scheint auf ein ruhiges, tiefblaues Meer. Ein versöhnlicher Abschied einer gelungenen Festival-Woche. Und wir haben wieder viel erlebt: Einblicke in die Welt der Habanos vom Tabak auf den Plantagen bis hin zu den fertig gerollten Habanos in bunten Kisten, gelungene Veranstaltungen, interessante Vorträge und Verkostungen, viele anregende Gespräche. Die neu vorgestellten Cigarren haben uns nahezu ausnahmslos überzeugt. Persöhnlich freue ich mich auf die grandiose Partagás Lusitania Gran Reserva, die für mich zu den besten Cigarren zählt, die ich bisher geraucht habe. Hoffentlich finden davon möglichst viele der nur 5.000 Kisten ihren Weg zu uns. Auch die neuen Montecristo-Formate und die limierten Editionen sind vielversprechend.

Meine kleine Havanna-Kolumne ist nun hier beendet und ich hoffe, dass ich Ihnen einen kleinen Einblick von dem Geschehen geben konnte. Ich melde mich an dieser Stelle wieder im kommenden Jahr.

Mit herzlichen Grüßen aus Havanna, Ihr Christoph A. Puszkar

Habanos S.A.

Habanos S.A., weltweiter Marktführer bei Premiumzigarren, vertreibt Habanos in Kuba und in über 150 Ländern weltweit in allen fünf Kontinenten. Das Produktportfolio umfasst 27 Marken, die wichtigsten unter ihnen: Cohiba, Montecristo, Romeo y Julieta, Partagás, Hoyo de Monterrey, H. Upmann, Punch, San Cristóbal de la Habana, Trinidad, Cuaba und Vegas Robaina.

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