Kubanischer Tabak

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S. auch Tabak (allgemein), Tabakanbau, Anbauregionen, Jahreszyklus des Tabaks

Thauser tabak30.jpg

Bildquelle und Copyright: Fotografie Tobias Hauser

Blatt für Blatt Tabaco Negro Cubano

Jede Havanna-Zigarre besteht - das macht sie so unverwechselbar und einzigartig - vollständig aus Tabaco Negro Cubano (cubanischem Schwarztabak), einem geradlinigen Abkömmling jener Tabakpflanzen, über die Cristóbal de Colón (Columbus) vor mehr als fünfhundert Jahren berichtete.

Mit Hilfe von zwei verschiedenen Anbaumethoden werden die für die Herstellung von Habanos erforderlichen Blatttypen unterschiedlicher Eigenschaften erzeugt:

Deckblätter werden auf Tabakfeldern gezogen, die durch grossße Stoffbahnen abgedeckt (Tabaco tapado) sind, so dass sie durch das dünne, luftdurchlässige Gewebe gänzlich von der Sonne abgeschirmt und geschützt werden.

Tabakpflanzung.jpg

Bildquelle: 5th AVENUE Products Trading GmbH

Die Blätter für die Einlage und die Umblätter werden auf Feldern unter freiem Himmel (Tabaco de Sol) angebaut. So können sie die Kraft der kubanischen Sonne vollständig für ihre Reifung nutzen.

Die Eigenschaften der Blätter unterscheiden sich dabei je nach ihrer Position (Höhe) an der Pflanze (oben, in der Mitte, unten). Jedes Blatt wird nach seinem Typ und seinen Eigenschaften einsortiert.

Jedes Blatt hat seine eigene Bestimmung.

Tabakpflanzen Kuba.jpg

Bildquelle: 5th AVENUE Products Trading GmbH

Weiterentwicklung kubanischer Tabak-Samen

Seit Columbus ihn 1492 auf Kuba entdeckte, erlangte der Tabak, der in Kuba natürlich, ohne Kultivierung wuchs, seiner überragenden Qualität wegen, binnen kurzer Zeit große Verbreitung und hohes Ansehen auf der ganzen Welt (s. auch Historisches).

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in einer neuen Ära der botanischen Forschung, unternahm dann die Wissenschaft ihre Anstrengungen, die grosse Vielfalt von Pflanzenstämmen, die man zu jenem Zeitpunkt im Anbau des Tabaco Negro Cubano (kubanischer Schwarztabak) verwendete, nach ihren Besonderheiten zu erforschen und gezielt zu verbessern.

Die Botaniker hatten sich dabei zwei ehrgeizige Ziele gesteckt: zum einen jene Pflanzenstämme zu identifizieren und zu isolieren, die Tabake mit dem klassischen kubanischen Geschmacksbild liefern, und zum anderen resistente Abarten zu finden, die widerstandsfähig gegen zahlreiche Schädlinge sein sollten, die immer wieder Pflanzungen befielen und grosse Schäden anrichteten. So entstand 1907 die Abart Tabaco Habanensis.

Die unabhängige Forschung wurde fortgesetzt, bis schliesslich 1937 die Zigarrenindustrie ihre erste Forschungs- und Versuchsstation in San Juan y Martínez eröffnete.

Vier Jahre später wurde eine verbesserte Samenart mit dem Namen Criollo eingeführt, die seitdem Grundlage aller genehmigter Samen für den Anbau der für Havanna-Zigarren bestimmten Tabaksorten ist.

Kurz darauf wurde der Criollo weiterentwickelt und eine verbesserte, auf den Namen Corojo getaufte Abart, speziell für den Anbau von Deckblättern entwickelt. Diese verdankt ihren Namen der berühmten Pflanzung, auf der sie zuerst erprobt wurde.

Mit der Zeit wurden neue Arten entwickelt, um beispielsweise auf die durch Klimaveränderungen auf unserem Planeten hervorgerufenen Probleme in der Pflanzenzucht zu reagieren.

Gegenwärtig werden die Tabakregionen Kubas von vier Forschungsstationen für Tabak betreut, die das gesamte Saatgut, welches die Pflanzer verwenden, kontrollieren. Auch wird weiterhin die ständige Suche fortgesetzt, um die geheimnisvolle Essenz, die denTabaco Negro Cubano unverwechselbar macht, zu bewahren und zu verbessern.

Tabak forschung kuba.jpg

Bildquelle: 5th AVENUE Products Trading GmbH

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