Manufaktur "Palacio Villalba" von José Suárez Murias

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S. auch Geschichte der kubanischen Manufakturen, Historisches

Die Textvorlage stammt aus dem Cigar Journal von 5THAVENUE Products Trading GmbH, Ausgabe 33, August 2008.

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Bildquelle: 5THAVENUE Products Trading GmbH

Der „Palacio Villalba“ ist einer der Cigarrenpaläste, die nicht, wie beispielsweise „La Meridiana“, „La Escepcion“ oder „El Eden“, als solche konzipiert und erbaut wurden. Das Gebäude existierte bereits, wurde von einem Cigarrenfabrikanten erworben und als Manufaktur eingerichtet. Der „Palacio Villalba“ befindet sich auf der Calle Egido 2, zwischen der Calle Dragones und der Calle Maximo Gomez. Er ist nur wenige hundert Meter von der Manufaktur „La Escepcion“ entfernt. Auch vom Capitolio aus läuft man nur ein paar Minuten die Calle Dragones hinunter in Richtung Havana Vieja, Alt-Havanna. Das Gebäude ließ der Marqués de Villalba im Jahre 1875 errichten. Platz wurde in diesem Teil der damals eigentlich schon dicht besiedelten Stadt Havanna durch den Abriss der nicht mehr notwendigen alten Stadtmauer, die inzwischen mitten durch die Stadt verlief. Das schaffte Bauland für mehrere Prachtbauten, darunter diesen Palacio. Der Palacio steht übrigens an exakt der Stelle, an der sich früher eines der Stadttore, die berühmte „Puerta de Tierra“, befand.

Der Marqués verstarb ein paar Jahre später, Einzelheiten über die Umstände seines Todes sind nicht bekannt. Seine Witwe jedenfalls bot das Haus zum Verkauf an. Dies muss in den frühen 80er Jahren des 19. Jahrhunderts gewesen sein. Zu diesem Zeitpunkt interessierte sich José Suárez Murias für das Gebäude, ein weitläufiger Verwandter von Pedro Suárez Murias, dem Gründer der Manufaktur „La Meridiana“. Die Familie Murias war damals über viele Jahrzehnte hinweg eine der größten im Tabak- und Cigarrengeschäft und hat einen wesentlichen Beitrag zum Ansehen und dem Wert der Habanos beigetragen, den sie auch heute noch genießen. José Suárez Murias fertigte neben anderen Marken die „La Flor de Jose Suarez Murias“ und „J.S. Murias“. Heute sind diese Namen, ganz im Gegensatz zu früheren Zeiten, niemandem mehr ein Begriff. José Murias verkaufte die Marken allerdings noch vor der Jahrhundertwende, zu Zeiten des Bürgerkrieges, an die englische Gesellschaft „Henry Clay & Bock Ltd.“, welche wiederum nur wenig später in amerikanische Hand überging. Die Marken, die vormals im „Palacio Villalba“ gefertigt wurden, kamen fortan aus der Fabrik „La Corona“, auch als „Palacio de Hierro“ bekannt, der in einer der nächsten Ausgaben des „Cigar Journal“ vorgestellt wird.

Das Gebäude beherbergt heute unter anderem die „Sociedad Cultural Rosalia de Castro“. Von außen wirkt es mächtig und beinahe ein wenig verlassen, da sämtliche Fenster im oberen Stockwerk mit hölzernen Fensterläden versehen sind. Ein schönes Eisengitter über der massiven Holztür mit Eisenbeschlägen trägt die Initialen des ersten Besitzers des Palacios, des Marqués de Villalba, und legt Zeugnis über das Baujahr des Hauses ab. Eine Besichtigung des Innenhofes und der oberen Etage ist möglich. Steigt man die einstmals prächtige Treppe in den oberen Stock hinauf, erahnt man die schon beinahe verblasste Schönheit dieses Gebäudes. Durch einen großen Lichthof fallen Sonnenstrahlen in das Innere des Gebäudes und verleihen den altehrwürdigen Mauern einen strahlenden Glanz.

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